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Wohnbau Forté Living, Melbourne/AUS

In Melbourne steht mit zehn Stockwerken aus Massivholz der zur Zeit höchste Holzwohnbau der Welt. Das Holz dazu kam aus Österreich.

Im Gegensatz zu Europa, wo bereits seit rund zehn Jahren mit dem revolutionären Material Brettsperrholz gebaut wird, steht die Entwicklung in Australien noch ganz am Anfang. Umso erstaunlicher, dass ausgerechnet im Hafen von Melbourne im Dezember 2012 der höchste Holzwohnbau der Welt seine Türen öffnete. In Australien ist der Forté Tower auch gleichzeitig der erste mehrgeschossige Wohnbau in Holz.

Die 760 Brettsperrholzpanele für Wände, Decken und Böden des zehnstöckigen Wohnblocks wurden per Schiff aus Österreich angeliefert. Das unterstützende Know-how kam aus England.

Noch ist es der höchste Holzwohnbau weltweit. Doch da die Entwicklung im mehrstöckigen Bauen mit Holz rasant voranschreitet, wird der Forté Tower nicht lange seine Vormachtstellung halten können: Bereits 2014 soll im norwegischen Bergen ein 14-stöckiges Wohngebäude aus Massivholz fertiggestellt werden.  

Melbourne: Klimaneutral bis 2020

Andererseits, dass der weltgrößte Holzwohnbau in Melbourne steht, hat insofern seine Richtigkeit, da sich die zweitgrößte Stadt des Kontinents seit Jahren einer nachhaltigen Entwicklung verschreibt. Klimaneutralität ist das Motto. Die Maßnahmen umfassen Abfallreduzierung, einen verminderten Verbrauch von Gas und Wasser sowie die strikte Einschränkung der Erzeugung von Treibhausgasen. Konkret bedeutet das, dass das ehrgeizige Ziel verfolgt wird, bis 2020 den CO2-Fußabdruck von Null erreicht zu haben. Die Bauindustrie kann dazu einen wesentlichen Beitrag leisten. (Zero Net Emissions strategy)

1.400 Tonnen CO2 eingespart

Genau dort setzt auch die Immobilien- und Investmentgruppe Lend Lease an, verantwortlich für Entwurf und Ausführung des 32,17 Meter hohen Wohnturms. Auch wenn aufgrund der Vielgeschossigkeit hohe Brandschutzanforderungen und zahlreiche Brandschutztestes im Vorfeld zu erfüllen waren, die Minimierung des CO2-Fußabruckes stand für das weltweit agierende Unternehmen im Vordergrund. So ergab eine Studie des Royal Melbourne Institute of Technology, dass im Vergleich mit einem Gebäude aus Stahl oder Beton beim Bau des Forté Towers in Holz 1.400 Tonnen CO2 eingespart werden konnten. Für Lend Lease Beweis genug, den Baustoff der ersten Stunde wieder fit für die komplexen Anforderungen der Zukunft zu machen.  

Mit Holz sicherer, schneller, kostenschonender

Die Verwendung von Holz garantierte außerdem eine sichere Baustelle und eine hohe Präzision der Verarbeitung. Zusätzlich konnte im Gegensatz zu einem Gebäude aus herkömmlichen Materialien die Bauzeit um 30 Prozent verkürzt werden, vier Monate wurden eingespart. Die Holzbauweise hielt den Zulieferverkehr zur Baustelle in einem geringen Rahmen und verschonte so die Umgebung vor einem hohen störenden Verkehrsaufkommen. Durch die effiziente thermische Performance von Holz können bis zu 25 Prozent der Heizkosten eingespart werden.      

Living Green

Die 23 Wohnungen im Forté Tower (Wohnungsgrößen von 59 m2 bis 102 m2) bieten hohen Wohnkomfort, einen niedrigen Energieverbrauch (der Verbrauch kann in jeder Wohnung anhand von Messgeräten mitverfolgt werden) sowie generell ein natürliches und gesundes Wohnumfeld. An der 2,5 Kilometer langen Hafenpromenade gelegen, verfügt der neue Wohnbau über einen direkten Anschluss an das öffentliche Verkehrsnetz und eine gute Versorgung mit Geschäften.

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